Memorial Day

Am heutigen Tage, dem Memorial Day, wird allen amerikanischen Soldaten gedacht, die für die Freiheit des Landes gestorben sind. Lass ich mal so stehen…

Wir haben diesen Tag in Rochester genutzt eine der Paraden anzuschauen. Sie begann am Friedhof und endete etwas südlich der Stadt und dauerte leider nur etwa 10 Minuten.

Ein paar Bilder um einen Eindruck zu erhalten. Zusätzlich hatte ich die Gelegenheit ergriffen ein paar typische amerikanische Häuser in Rochester zu fotographieren, einer etwas reicheren Stadt. (Auch Snobchester genannt).

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http://1drv.ms/1GyxVq6

Wie geht es nun weiter?

Blog: Zwei Themen-Blog-Einträge habe ich noch offen: Religion und gestörte Alkoholkultur, ansonsten wird es hauptsächlich Bilder regnen.

Unser Aufenthalt: Ich habe noch 5 Arbeitstage zu schaffen, zwei der drei Verabschiedungsparties sind gelaufen und am 03.06 kommt der Container und lädt den Inhalt unseres Hauses ein. Danach geht es für 3 Wochen auf Reise Richtung Yellowstone Park mit dem Wohnmobil. Ergo: In einer Woche sind wir ohne Wohnung!

Es kann sein, dass wir auf der Reise keinerlei Daten-Mobilfunkempfang haben. Wir haben bereits auf dem Kurztrip nach Traverse City festgestellt, dass T-Mobile dort kein Netz hat und man über AT&T geroamt wird. Während des Roamings hat man aber nur 10 MB, so dass man innerhalb weniger “Minuten” von der Internet-Welt abgeschnitten ist. Dies betrifft damit auch WhatsApp…

Der Flug zurück nach Deutschland geht am 24.06, also ziemlich genau schon in einem Monat…

Traverse City

Letztes Wochenende, ein verlängertes Urlaubswochenende, haben wir Traverse City und die Sleeping Bear Dunes besucht, ein wunderschönes Dünengebiet. Zum Teil mit über 100 Meter hohen Dünen.

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Warum werden die Dünen nach schlafenden Bären benannt?

Der Name des Gebietes geht auf eine Sage der Anishinabe zurück: Einst soll eine Bärin mit ihren zwei Jungen vor einem Waldbrand in das Wasser des Sees geflüchtet sein. Die Bären schwammen um ihr Leben, doch schon bald blieben die Jungen hinter ihrer Mutter zurück. Schließlich erreichte die Bärin das andere Ufer und kletterte auf eine Düne, um nach ihren Jungen Ausschau zu halten, doch diese ertranken. Mit der Zeit bedeckte der Wind die wartende Mutter mit Sand.

Eine tragische Geschichte…

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Das Hotel, Great Wolf Lodge, ist auf Kinder getrimmt. Mit einem “Zauberbereich” und einem riesig großen Indoor-Wasserpark (ähnlich dem am Weissenhäuser Strand). Etwa 3 bis 4 Stunden von Rochester Hills aus entfernt, also gut geeignet für einen amerikanischen Wochenendtrip.

Wasserturm

Eine Sache, die sich in jeder amerikanischen “Kinder-Spielbereich” findet, ist auch ein Geräte-Spielbereich in dem man viele Dollar loswerden kann. Es ist völlig üblich in den Bereich zu gehen und eine halbe Stunde zu verbringen. Viel läuft hier über extrinsische, also fremdgetriebene Motivation und Unterhaltung. Glücksspiel ist allerdings in Michigan verboten [wie viele andere Dinge], daher kann man dort effektiv nichts gewonnen.

Spielhölle Wolf Lodge

Traverse City ist eine kleine Stadt direkt am Lake Michigan mit einer echten Innenstadt, ein paar Geschäften und Kinoanlagen. Sehr nett zu bummeln, Kaffee zu trinken und zu entspannen, eigentlich außergewöhnlich.

Bar von innenKino

Der Sleeping Bear Dunes National Lakeshore Park ist ein Top gepflegter Park mit vielen Wanderwegen und sogar eine Wanderstraße, die man abfahren kann. Man kann hier “problemlos” eine Woche verbringen, Ferienhäuser gibt es hier mehr als genug zu vermieten und auch die Bierbrauereikultur ist hier sehr groß (und lecker). Für die, die nicht auf Bier stehen, gibt es hier auch Weinproben. Das Essen, wenn auch doppelt so teuer, wie sonst, war hervorragend und die großen Seen sind einfach hervorragend um mit einem gemieteten Boot rauszufahren und zu angeln. Auch als schönster Ort USAs gewählt… (wobei in den USA irgendwer irgendwas immer als Beste und Schönste bewertet hat [Best dentist in Rochester Hills*]). Aber ich muss schon sagen, dass Traverse City und dessen Region locker mit den “typischen” Touristenzielen wie Kalifornien mithalten kann. Wobei man, wie in vielen anderen englisch-sprachigen Ländern”, das Wandern außerhalb der Parks nahezu vergessen kann, da vieles Privatgrundstück ist und man dann nur entlang der Bundesstraßen laufen kann.

Ente auf Basmati Reis20150516-IMG_0478

So schön der Strand auch ausschaut, so mückenbelastet war er allerdings auch. Eigentlich unbesuchbar:

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Ansonsten habe ich nur noch 8 Tage zu arbeiten, nächsten Montag ist “Memorial Day”, also arbeitsfrei und dann geht es in den großen Urlaub. Mit Michigan sind wir soweit durch, leider schaffen wir es nicht die Nördliche der beiden Halbinseln zu besuchen. Angeblich eine andere Welt und völlig naturbezogen.

Ein paar Fotos finden sich in der untenstehenden Galerie, ein paar private Fotos im privaten Bereich.

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http://1drv.ms/1FyDaXG

*) Survey among all employees of the dentist.

Im Nachgang

Ach ja… im Nachgang zum letzten Rasenmäher-Post.

Letztes Wochenende auf unserem Kurzurlaub:

USA

Laubbläser (leicht stinkend und tierisch laut) auf einem öffentlichen Parkplatz im Naturpark, zig Kilometer von jedem Wohngebäude entfernt. Wichtig ist, dass es ordentlich aussieht. Und das tut es allerdings auch (das ist das wirklich Gute, ohne große Ironie)!

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https://goo.gl/maps/1734X

Bilder vom Ausflug kommen im Laufe der Woche.

Brunnen mit blau eingefärbten Wasser gibt es hier auch hin und wieder mal (Das folgende Bild ist nicht nachgefärbt, nachbelichtet oder in der Sättigung verändert)

Brunnen mit blauem Wasser

Straßenversiegelung oder nur Farbe?

Hier im Wohngebiet wurde im Laufe der letzten und wird im Laufe der nächsten Woche die Straße versiegelt.

Straßenversiegelung

Ich dachte an eine kleine Teer- oder Asphaltschicht, aber in der Tat wurde nur ein Haufen Farbe(?) auf die Straße geschmiert. Meine Behauptung ist ja, dass dies nur gemacht worden ist, damit die Straße schön schwarz aussieht und nicht so zerstört, wie sie tatsächlich ist.

Ich kann mich aber auch täuschen.

StraßenversiegelungStraßenversiegelung
(Übergang zwischen bemalt versiegelt und unbemaltversiegelt)

Steine werden wurden hier keine reingedrückt, nur grob 1 mm Farbe. Die Risse sind genauso noch vorhanden und Wasser kann immer noch eindringen. Dafür sieht das Wohngebiet wieder schön “edel” aus.

In einem Land, in dem man Wiesen grün färbst, färbt man wohl auch Straßen schwarz. Warum färbt man das Gras? Weil von Städten eine Strafe verhängt werden kann, wenn die Wiesenfläche nicht adäquat aussieht. (Link 1 (Kalifornier wässert nicht), Link 2 (Wiese wurde nicht gemäht [je nach Stadt ab 8 Zoll]), Link 3 (Unkraut im Garten), Link 4 (Report overgrown grass), Link 5 (siehe Bild)).

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In einem Land, in dem Kollegen nicht zu einem After-Work Bier kommen können, weil am Dienstag der “Rasenmähertag” ist. Den klassischen Wildgarten gibt es hier nicht. Nur Gras, Gras, Gras [auf Rockkonzerten riecht man aber auch häufiger auch Gras].

In einem Land, bei dem ein Kollege über den “Heimbesitzer”verein (Homeowner Association, HOA,  eine ganz amüsante Geschichte.) eine 50 USD Strafe aufgebrummt bekommt, weil man den Wohnwagen über Nacht auf der Vorderseite des Grundstücks geparkt hatte. Es ist immerhin sein Eigenheim.

image(Link exemplarisch)

Die größten Spießer leben im “Land of the free”.

Dafür sieht so eine Siedlung aber auch sehr geordnet aus und der Amerikaner steht absolut nicht auf Zäune zur Grundstücksabgrenzung. Man sieht des Nachbars Grundstück und man hat Angst dass dessen Unordnung den eigenen Grundstückswert mindert. Daher die Regeln und der häufige Zwang in eine Homeowner Association einzutreten.

Wohngebiet USA(Kalamazoo)

Haus von Big Daddy
(Alabama)

Ach ja… eine ganz wichtige HOA-Regel:

imagehttp://www.willbrooke.org/covenants/Yardcarerequirementsfinalrevised.pdf 
(Es lohnt sich mal das gesamte Dokument zu lesen. Wie im vorherigen Blogpost angedeutet: Es wird hier alles im klein-klein geregelt. Man beachte auch den Auszug der “Section 21” aus meinem Mietvertrag im obigen Bild (meines Wissens nach ist dieser Haftungsausschlus nach deutschem Recht auch unzulässig, aber wer hat schon Rechte, wenn man sie schriftlich abgeben kann))

Für Interessierte: Eine Wohnungseigentümergesellschaft ist nichts dagegen…

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http://gawker.com/5830257/the-horror-of-homeowners-associations#horrorstories

Ein wenig Kerb

Bei uns in Rochester Hills wurde auf einem Parkplatz für zwei Wochen eine kleine Kerb aufgebaut.

Im Prinzip wie bei uns: Nur mit ein wenig mehr Attraktionen und keine unangenehm auffallenden Jugendlichen, die sich präferiert um den Auto-Scooter versammeln. Auch gabe es nur Soda- und Fressbuden, aber keinen Bierstand.

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http://1drv.ms/1KZGSsc

Für 20 USD hat man ein Band bekommen und konnte so oft fahren, wie man wollte. Alternativ hat man 25 Tickets bekommen, wobei eine Attraktion zwischen 2 und 5 Tickets gekostet hat. Trotz allem war die Kerb, trotz 25°C [Es gibt hier in Michigan scheinbar nur 3 Temperaturen: -20°, 0°C und 25°], nur schwach besucht.

Stripmalls

Im obenstehenden Bild sieht man auch mal eine Strip-Mall vom Riesenrad. Diese Art von Gewerbezentrum sind überall verteilt. Eine Strip-Mall kann die unterschiedlichsten Geschäfte nebeneinander enthalten, es findet hier nur eine sehr minimale Gewerbeplanung statt.

Es ist nichts besonderes, wenn sich ein Zahnarzt, neben einer Kita, neben einem Nagelstudio, neben einer Pizzeria findet. Ein privater Investor baut diese Stripmall auf und vermietet dies an Geschäftstreibende.

Erst nachdem ich das verstanden hat, hat auch das Spiel SimCity einen Sinn ergeben, bei der man reine Gewerbegebiete einfach deklariert und man wartet was für Geschäfte sich da reinsetzen. In Deutschland sind die Läden und Wohngebiete meist durchmischt, hier in den USA absolut nicht.

Stripmall

Warum ich zur Arbeitszeit blogge? Mich hat hier schon zum vierten Mal ein Magen-Darm erwischt, die Virenlandschaft scheint hier anders zu sein.

Unbedingte Transparenz

Eine Eigenschaft amerikanischer Behörden und behördenähnlicher Unternehmen ist die absolute Transparenz in Bezug von Entscheidungen und Untersuchungen.

In Deutschland hat man häufig nur von den “Sex Offender”-Datenbanken gehört, in denen Adressen verurteilte Sexualstraftäter öffentlich abrufbar sind. Mir unbekannt waren viele andere Datenbanken, die auch abrufbar sind.

Wohnungskontrolle

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So wird zum Beispiel stichprobenartig einmal im Jahr Mieterwohnungen auf Wohnbarkeit und Einrichtung geprüft. Wir hatten einen Brief erhalten, dass unsere Wohnung eventuell an einem gewissen Tag geprüft wird. Ziel ist es hier nicht zu beurteilen, wie der Mieter so haust, Ziel ist es zu schauen, ob der Vermieter eine adäquate Wohnung zur Verfügung stellt. Unsere Wohnung wurde nicht inspiziert, dafür Nachbarwohnungen. Die Ergebnisse sind über das Internet abrufbar. Genannt HUD/REAC Inspection und wird von den Bundesbehörden durchgeführt und es können scheinbar auch Sanktionen erlassen werden.

Welche Wohnung prinzipiell kontrollierbar sind, habe ich nicht in Erfahrung bringen können. Habe aber das Gefühl, dass es Großvermieter sind.

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http://portal.hud.gov/hudportal/HUD?src=/program_offices/public_indian_housing/reac/products/prodpass

Für bestimmte “Subdivisions” sind die Ergebnisse öffentlich abrufbar:

http://portal.hud.gov/hudportal/documents/huddoc?id=michigan.pdf

Restaurants

Jedes Restaurant wird hier regelmäßig geprüft und die Ergebnisse sind auch im Internet abrufbar. Während in Deutschland die Lobby der Restaurants groß ist und wir es nicht mal schaffen eine Hygieneampel zu vereinbaren, herrscht hier doch hohe Transparenz.

Als Beispiel: https://secure1.state.mi.us/misafe/Default/DisplayReport/243172 aus (https://secure1.state.mi.us/misafe/Default.aspx)

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Worauf die Amerikaner bei jedem Report stehen sind im Übrigens “Correction Actions”. Bei jeder niedergeschriebenen Fehlhandlung wird ein Maßnahmenplan aufgestellt, dessen Einhaltung auch im Regelfall überwacht wird. Erhält man eine Abmahnung im betrieblichen Alltag, wird auch ein Maßnahmenkatalog vereinbart. Dieses Glück hatte ich aber noch nicht.

Kindergärten

Worauf ich eigentlich hinaus wollte:

Die Hintergründe der Kündigung des Kindergartenmanagers sind soweit aufgeklärt: Eine der Erzieherinnen war inakzeptabel grob und laut zu den Kindern. Dieses wurde mehrfach der Managerin gemeldet, welche diese Information laut Untersuchung nicht an Eltern, Aufsichtsbehörden und Geschäftsführung weitergeleitet hat.

Über einen anonymen Tipp an die Behörden wurde die Untersuchung gestartet und in den USA werden Dinge rigeros untersucht. Insbesondere wenn es um die Sicherheit Kinder geht, da wird hier wenig Spaß verstanden. Aber auch in Deutschland würde ich davon ausgehen, dass eine Kündigung stattgefunden hätte.

Der Bericht ist 18 Seiten lang und ist natürlich öffentlich, inklusive aller wesentlichen Namen, über das Internet abrufbar.

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http://www.dleg.state.mi.us/fhs/brs/reports/DC630312135_SIR_2015D0426012.pdf
(Auch wenn ich nicht auf Public Blaming stehe, habe ich den Bericht direkt verlinkt. Schwärzungen sind von mir).

Auch hier wird ganz formal und nüchtern dargelegt gegen welche Gesetze konkret verstoßen worden sind und welche Maßnahmen zu erachten sind. Amerikanische Gesetze fallen auch dahingehend auf, dass sie jedes Klein-Klein wörtlich regeln als durch “Gummiparagraphen” eine Verhältnismäßigkeit und Abwägbarkeit freizulassen.

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Nils haben wir weiterhin in der Kita gelassen, da der Manager ausgewechselt worden ist und ich davon ausgehe, dass er nun dort besser überwacht wird als zuvor. Laut diversen Gesprächen mit anderen Erziehern kam er auch scheinbar nie in Kontakt mit der Erzieherin. Er geht auch gerne zur Kita und es sind nur noch 14 mal Kita.

Conclusio

Aber an diesen drei Beispielen sieht man in meinen Augen sehr deutlich, dass das staatliche Handeln erst mal viel transparenter* und auch formaler ist als in Deutschland. Nahezu jede Interaktion mit der Staatlichkeit erfolgt über Formulare und weniger über Freitext, aber auch auf jedem Formular steht folgender Hinweis:

imagehttp://en.wikipedia.org/wiki/Paperwork_Reduction_Act

Dem Formular wird eine Kontroll-Nummer zugewiesen und abgeschätzt wie lang ein Normalbürger dran sitzt. Dazu eine Kontaktadresse, wenn man damit nicht einverstanden ist.

Das gesamte staatliche System wirkt wohlorganisierter und es hat wesentlich mehr Personal um Hinweisen nachzugehen und diese sauber und öffentlich zu dokumentieren. Man kann auch sagen, dass sie die Nutzung des Internets verstanden haben, da viele Dinge hier direkt über das Internet und Behördenwebseiten laufen. Formulare werden im Regelfall direkt im PDF-Viewer ausgefüllt und können dann per Knopfdruck über die Website zurückgespeist werden.

So merkwürdig es in Bezug auf USA klingt: Ich habe das Gefühl, dass hier mehr für die Menschen getan wird, solange der Wähler der Regierung die Kompetenz in diesem Bereich dem Staat überträgt. Kinder, Veteranen, hoheitliche Aufgaben und Schutz vor Kriminellen stehen hier ganz weit oben. (Auch wenn sie es hin und wieder mal übertreiben). Dinge, die der Wähler nicht dem Staat übergeben mag (sei es durch geschickten Lobbyismus (Nahrungsmittel) oder Fundamentalüberzeugung in der Kultur (Waffen und Armutsbekämpfung)), erhalten eine lange… sehr lange Leine.

Du bist frei, solange du die Regeln befolgst…. Verstößt du gegen diese und bist auffällig, so hast du mit öffentlicher Untersuchung zu rechnen.

Ich persönlich bin kein Fan von öffentlichen Berichten, die unverhältnismäßig die Existenz von Menschen gefährden, aber etwas mehr Offenheit in Bezug auf staatliche Kontrolle wäre nicht schlecht. Als weiteres Beispiel: Acrylamid in Lebkuchen

*) Was allerdings auch im Gegensatz zum staatlichen Handeln in Bezug auf Militär und Geheimdienste steht (Stichwort: NSA-Skandal). Das zivile, “in-gesellschaftliche” Leben ist konträr zum militärisch/“du-gehörst-nicht-zu-unserer-Gesellschaftlich”-geprägten Leben.

Thomas the Train

Im Henry Ford Village hat sich Thomas the Train angekündigt und wir haben die Gelegenheit genutzt eine Runde Zug zu fahren.

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http://1drv.ms/1QQPaH4

Ansonsten gibt es spontan hier wenig erwähnenswertes zu berichten; Viel los im Betrieb und auf der Arbeit “müssen” die Aufgaben in 4 Wochen zum Abschluss gebracht werden. Wenn nicht, dann sind sie nicht fertig… und jemand anderes muss es machen…

Apropos kurzfristig:

Gestern morgen haben wir mit einer der Erzieherinnen den Anwesenheits-Plan für Nils für die nächsten Wochen ausgemacht und alles schien bester Ordnung zu sein. Ein paar Stunden später haben wir folgende Mail erhalten:

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Dies ist nicht das erste Mal, dass eine Erzieherin von heut auf morgen von Morgen auf Abend entlassen worden ist.

Wünsche dann noch einen angenehmen 1. Mai… Hier ist kein Feiertag. Viel zu feiern gibt es momentan sowieso nicht.

Der Gips ist ab

Nach 4 Wochen ist nun der Gips ab und Nils kann wieder seinen Arm ohne Weiteres bewegen.

Nils Gips

Schaut also wieder alles soweit gut aus.

Momentan sind wir mit der gesamten Abwicklung der Heimreise beschäftigt. Es sind leider nur noch zwei Monate in diesem Land, aber auf der anderen Seite bin ich doch froh wieder mal Heimatboden zu betreten. Ein wenig befürchte ich schon den alten Trott.

In den letzten Tagen habe ich die Formulare für den Container ausgefüllt. Dazu benötigt man auch einer “EIN” (Employer Identification Number). Eine eindeutige Kennzeichnung der Person für das Finanzministerium, verknüpft über die Social Security Nummer. Laut dem Logistiker ist ist ein Export eines Haushalts ohne diese Nummer schwierig. Man kann sie online beantragen und die Website begrüßt einen mit folgender Meldung:

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There is no right in privacy in this system… Wenigstens ehrlich und nicht verlogen.

Da ich Knoblauch so liebe, hatte die Kantine auch einen tollen Motto-Monat(!) eingerichtet:

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In diesem Sinne… Noch 6 Wochenenden in Detroit und 9 Wochenenden in den USA.

Frankenmuth, der Zweite

Leider bleiben uns nur noch sehr wenige Wochen übrig und wir wollten eines der schönen Sonnenwochenenden nutzen wieder mal Frankenmuth und den Weihnachtsladen zu sehen! Uns fehlte noch ein Weihnachtsstern für den Weihnachtsbaum.

Disco Weihnachtsstern(Der ist es nicht)Bronner Weihnachtsladen

Seit einer Woche hat wieder das Michigan-Wetter eingesetzt. Entweder strahlendblauer Himmel oder Starkregen und Gewitter. So lässt sich wirklich leben. Temperaturen um die 20 Grad und blau-blauer Himmel.

Ansonsten noch ein paar Bilder von der Stadt.

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http://1drv.ms/1Jjzczz

Zu Abend haben wir im Zehnder’s gegessen. Es gab amerikanisches “All you can eat”. Allerdings kein Buffet, sondern à la carte. Es artete in Stress aus, da der Kellner ohne große Übertreibung alle drei Minuten nachgefragt hat, ob man noch etwas haben möchte oder ob er schön anfangen soll zu “boxen” (Das Essen in Styroporbehälter für den Heimweg zu verpacken), während wir gerade von einem anderen Teller (Salat zum Beispiel) aßen. Sobald der Teller mal leer war und man paar Sekunden gewartet hatte, um sich für die nächste “Runde” vorzubereiten, da war er schon wieder da und wollte den Teller räumen. Draußen vor dem Restaurant war eine Warteschlange (das dritte Hobby nach Rasen mähen und Schneeschieben) mit einer Wartezeit von 60 bis 90 Minuten, ich denke er wollte hier für einen großen Durchsatz sorgen.

Zu essen gab es: Speisekarte… klassisch(?) amerikanisches Essen, welches man so in Deutschland kaum finden kann. Damit meinte ich nicht Burger und Sandwich, sondern unter anderem:

image(Foto aus dem Netz, https://www.mycitymag.com/)

  1. Coleslaw (süßer Krautsalat, wie im KFC nur nicht so billig)
  2. Leberpastete, Käse mit Knoblauchbrot (habe ich schon erwähnt, dass ich eigentlich kein Knoblauch mag, aber hier in diesem Lande nahezu alles mit Knoblauch gewürzt ist. Auch in der Kantine gibt es Knoblauchmengen, die ich nicht mal drei Tage vor einer öffentlichen Veranstaltung essen würde)
  3. Cranberry Relish (“Würzsauce”, super lecker)

Zur Hauptspeise:

  1. Frittiertes Hähnchen (allerdings “edelfritiert” und recht lecker)
  2. Kartoffelbrei.
  3. Irgendwas, was ich so nicht bei Namen kenne. Im Bild oben direkt neben dem Hühnchen, um Uhrzeigersinn.
  4. Chicken Gravy. Allerdings nicht mit unserer Bratensauce zu vergleichen, sondern weiße Soße. Hat einen absolut eigenen Geschmack. Kann man mögen, schmeckt recht intensiv.
  5. Butternudeln… da war schon viel Butter dabei :-)
  6. Gemüse: Karotten

Zur Nachspeise:

  1. Eiscreme (im Stile eines Sundaes)

Dennoch ein akzeptables Essen, wenn auch nicht delikat. Foto habe ich leider keine… Foodtweets auch nicht. Daher nur das Bild aus dem Netz

Im privaten Bereich habe ich noch ein paar Bilder von Nils eingefügt.

Die Polizei

In den Medien hört man immer häufiger über die amerikanische Polizei. Meist in Verbindung mit unverhältnismäßigem Einsatz von Schusswaffen. Zumindest aus europäischer Sicht.

Als kleines Beispiel, welches momentan im Internet geistert und zumindest durch Wikipedia belegt ist:

Der Unterschied: Die 111 Personen wurden im März 2015 erschossen, die 52 Personen im Vereinigten Königreich seit 1900.

Natürlich kann man die Nationen, Kulturen und Gewohnheiten nicht 1:1 vergleichen, aber der Unterschied ist doch prägnant.

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Es drückt aber auch deutlich die Gewohnheit aus, dass die Gesellschaft einen Ausschluss der “Unliebsamen” und “Nicht zugehörigen” Personen nicht nur akzeptiert, sondern auch aktiv fordert und fördert. Derjenige, der als schadhaft zur Gesellschaft angesehen wird, dessen Rechte werden ganz schnell moralisch und zum Teil auch rechtlich minimalisiert. Ein Aufreger im Freundes- und Kollegenkreis sind die vielen Tote wahrlich nicht. Wie auch über Religion und Politik wird über den Schusswaffengebrauch der Polizei nicht diskutiert und sondern einfach nur zur Kenntnis genommen. Es wird auch mehr in den deutschen Medien darüber diskutiert als in den amerikanischen.

(Noch ein vielleicht nicht-vergleichbarer Vergleich: Im Ukraine-Russland-Konflikt sind schätzungsweise 6.000 Menschen zu Tode gekommen. In den USA kommen 30.000 Menschen jährlich durch Schusswaffen um)

Thema der Woche war im Übrigen der Atomdeal mit Iran und das Gesetzesvorhaben des Kongresses. Vorübergehend wurde in den Medien über die Taser/Pistolenverwechslung des freiwilligen Polizisten diskutiert.

Ich persönlich hatte nur wenige Kontakte zur Polizei:

Paraden

Auf jeder Parade, davon gibt es hier einige, zeigt die Polizei ihr neues Material und der Sheriff möchte natürlich auch publikumswirksam in Szene gesetzt werden.

Dies hatte ich damals schon geschrieben.

Polizei

Veranstaltungen

Bei einigen Veranstaltungen sind auch ein paar öffentlichkeitstaugliche Polizisten unterwegs und verschenken ein paar kleine Sheriff-Sterne oder Aufkleber an die Kinder. Soll wohl Bürgernähe symbolisieren, spricht ja auch nichts dagegen.

Halbmarathon

Wie schon geschrieben. Fiel hier mehr durch übertriebene Kontrolle als durch Bürgernähe auf.

Täglicher Verkehr

Die Polizeidichte auf den Straßen ist sehr hoch. Auf jeder Fahrt sehe ich mindestens ein Polizeiauto und wenn ein Fehlverhalten (Stoppschild überfahren, vor einer rot-werdenden Ampel stark beschleunigt, etc) erkennbar ist, so wird sofort das Blaulicht angemacht und das Auto angehalten. Die Polizeiautos sind in ihrem Schwarz und dem flachen Leuchtbalken recht unauffällig, so dass man diese doch recht schnell übersieht. Ich persönlich bin übrigens noch nicht angehalten worden. Die Kontrolle soll laut Aussagen vieler im Allgemeinen recht entspannend und meist nur belehrend sein.

Wie in Filmen und Erzählungen fährt das Polizeiauto mit Blaulicht und gegebenenfalls später auch Sirene einem hinterher und man hat zügig zur Seite zu fahren. Leider auch auf den Autobahnstandstreifen, so dass man häufig auch angehaltene Fahrzeuge relativ knapp am Fahrbahnrand sieht. Führt auch zu regelmäßigen Unfällen mit dem kontrollierenden Polizeibeamten.

Befindet sich ein “Blaulichtfahrzeug” auf einer ‘innerstädtischen’ Straße, so ist übrigens anzuhalten. Egal ob sich dieses im Gegenverkehr oder auf der Nachbarspur befindet. Zeigt auch deutlich, dass Hoheitsträger einen sehr hohen Respekt in der Gesellschaft haben. (Respekt durch Furcht, Autorität oder Dankbarkeit? Eher letzteres nach meinem Gefühl)

Polizeiauto

Die Heimfahrt vom Konzert

Schon vor längerer Zeit war ich in der Compuserve Arena auf einem recht guten Konzert (Volbeat, Five Finger Death Punch) und gut gelaunt habe ich den Heimweg angetreten.

Auf der Autobahn sind üblicherweise 70 Meilen pro Stunde erlaubt, ich persönlich bin stetig mit Tempomat drunter gefahren, etwa 65 Meilen pro Stunde. Irgendwann hatte ich ein Auto im toten Winkel und wollte dieses loswerden. Also habe ich grob auf 70 Meilen pro Stunde beschleunigt, das Fahrzeug nahm die “Competition” auf und beschleunigte perfekt im toten Winkel mit.

Gut gelaunt, lächelnd und nichts ahnend, habe ich mir im Geiste gedacht, dass man das Spiel ja bis 85 Meilen mitspielen kann, da sich ja ansonsten sowieso keiner um Geschwindigkeiten kümmert und ein anderes Auto im toten Winkel ja doch recht nervig ist. Stetig die Geschwindigkeit erhöht, das Nachbarauto tat das Gleiche.

Bei fast 75 bis 80 Meilen pro Stunde kam mir das dann doch etwas doof vor und verzögerte wieder auf 65 Meilen pro Stunde. Das Auto… Das Polizeiauto hat mich dann rechts überholt und der Fahrer hat mir dabei mit der Taschenlampe in mein Auto geleuchtet. Ich war wohl noch unter dem Geschwindigkeits-Limit, um “reasonable suspicion (Anfangsverdacht)” geweckt zu haben und bin somit einer Kontrolle entgangen.

“The right of the people to be secure in their persons, houses, papers, and effects, against unreasonable searches and seizures, shall not be violated, and no Warrants shall issue, but upon probable cause, supported by Oath or affirmation, and particularly describing the place to be searched, and the persons or things to be seized.”
Fourth Amendment to the United States Constitution

Bekannter hat mir dann erzählt, dass dies ein übliches Verfahren der Polizei wäre, um einen Autofahrer zu einen Fehler, in meinem Falle die Geschwindkeitsüberschreitung, zu provozieren, damit ein Anhalten gerechtfertigt ist. (Aus diesem Grund kontrollieren einige Bargänger regelmäßig die Beleuchtung des eigenen Fahrzeugs). Alternativ hätte ich das Auto auch übersehen können und beim Wiedereinscheren in die rechte Fahrbahn den Sicherheitsabstand und die notwendige Vorsicht verletzt.

In den USA gilt der Grundsatz, abgeleitet aus dem obigen Verfassungszusatz, dass man nur im Verdachtsfalle einen Anhalten darf. Es gibt zwar noch die Möglichkeit einer neutral durchgeführten, nicht-mobilen Straßenkontrolle (ähnlich unserer Polizeikontrollen), gesehen habe ich diese aber noch nie.

Aus diesem Grund fährt die Polizei scheinbar hier die obengenannte Taktik. Empfinde ich persönlich als Vertrauensbruch im Polizei-Bürger-Verhältnis, da die Polizei in meinen Augen einen vor Fehlern bewahren soll und nicht zu Fehlern verleiten soll. Aber OK, ein großer Polizei-Fan bin ich sowieso nicht (auch wenn ich Alkohol- und Geschwindigkeitskontrollen in Deutschland als zu lax empfinde).

Zusammengefasst

Man braucht absolut keine Angst zu haben, dass man hier unrechtmäßig festgehalten oder gar ein Amtsmissbrauch stattfindet. Die Integrität der Polizei sehe ich hier als sehr hoch an. Als Freund erkenne ich (und nicht nur ich, sondern auch andere junge Menschen) die US-Polizei dennoch nicht an. Muss ich auch nicht.

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Jetzt spiele ich erstmal etwas GTA V