Der Halbmarathon

Wie ich schon auf Facebook geschrieben hatte:

image(Vielen Dank für die Glückwünsche)

Eine insgesamt sehr schöne Veranstaltung zu dessen Halbmarathon ich mich angemeldet hatte. Seitdem ich hier in den USA bin, führe ich schon ein recht starkes Lauftraining durch. Insbesondere weil ich hier abends weniger zu tun habe. Nennen tu ich das Programm “Laufen statt Saufen”. Gesundheitlich auf jeden Fall sehr zuträglich.

Die Strecke des Halbmarathons begann um 7 Uhr am Morgen, es war 1 Grad Celsius über Null und führte über die Ambassador Brücke nach Kanada. Zurück ging es durch den Tunnel wieder zur US-amerikanischen Seite.

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Am Wartestand gab es dann mal wieder eine Überraschung, wie ich sie eigentlich schon am Flughafen gewohnt bin:

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Die US-Behörden haben mich zu einem Passport-Check “individuell und rein zufällig” eingeladen, so wie immer halt. Also… von einer Schlange, um diese Information zu erhalten, zur nächsten Schlange:

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Wer eine medizinische Behandlung mit radioaktiven Isotopen erhalten hatte, wurde gebeten dies zu melden. An den Grenzübergängen sind Detektoren für radioaktive Stoffe installiert. Die Beamten waren unendlich langsam und ich habe fast 45 Minuten gewartet (Habe ich schon mal geschrieben, dass ich die offenen, europäischen Grenzen liebe?). Zum Schluss wurde nur geprüft, ob mein Pass abgelaufen ist und ob ich hier arbeite…

Am übernächsten Tag um 4:30 Uhr aufgestanden und 90 Minuten später in Detroit angekommen… 10 US-$ für den Parkplatz bezahlt, ging es dann bei “freezing temperatures” zum Start. Man wurde noch mehrfach darauf hingewiesen, dass der Tausch der Bib-Number oder das Nichtmitführen des Passes eine Felony, also ein Verbrechen(!) ist.

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Bisschen kanadische und amerikanische Nationalhymne gesungen, auf den Start bzw. die blockweise Freigabe der Strecke gewartet und los ging es. Gut geplant, die Strecke war nicht überfüllt und es gab trotz Tunnel und Brücke keinerlei Stau. Die Zeit über an der Brücke wurde so bemessen, dass man mit dem Sonnenaufgang auf der Ambassador-Brücke war. Ein sehr schöner Anblick, der Aufstieg hat sich gelohnt, auch wenn ich dafür nur ein Symbolfoto habe (hatte wenig Lust für ein Foto eine Pause einzulegen. Einige vor mir sind hin und wieder mal spontan für eine Fotopause stehen geblieben.)

(Bild aus Flickr, so schön war er natürlich nicht…)

Die Grenzbeamten auf amerikanischer Seite haben tatsächlich Läufer angehalten, die ihre Läufernummer verdeckt hatten (Jacke über dem Trikot, es war immer noch arschkalt), auf kanadischer Seite war ein Lautsprecherwagen mit lauter Musik aufgestellt und die Beamten haben am Grenzübergang die Läufer abgeklatscht (ohne lächerlich zu wirken)… Man zeigt halt gerne den bewussten Kontrast zwischen Kanada und USA… Die Amerikaner übernehmen die Sicherheit, der Rest macht sich darüber lustig. Aber nach Boston ist man hier vorsichtiger.

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Der Lauf selbst lief die ersten 13 km sehr gut, danach hatten mich Hüftschmerzen geplagt und musste abwechselnd laufen und gehen. Die Stimmung an der Strecke wurde nach Sonnenaufgang besser, vorher waren die Damen und Herren wohl noch Frühstücken. Die Sicht von Kanada auf die Skyline von Detroit war wunderbar. So müssen sich also Wiesbadener fühlen, wenn sie nach Mainz schauen. Der kanadische Teil selbst sieht nicht so beeindruckend aus.

http://www.s108770071.onlinehome.us/stories_photos/detroit_driving_tour_sindbads.htm

Bei Kilometer 15 hat das GPS offensichtlich gesponnen und ich habe mich gegen Ende motivatorisch wieder gefangen, auch wenn die Wunschzeit von < 2:10 nicht mehr erreichbar war.

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http://app.endomondo.com/workouts/426555424/14182058

In Summe dann 2:16:55. Zwei Minuten schlechter als meiner vor 3 Jahren. Leider. Die Rückfahrt hat etwas länger gedauert, da der Parkplatz selbst von Marathonstrecke umgeben ist und ich erst nach kurzer Wartezeit rausgelassen wurde.

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Insgesamt ein sehr schöner Lauf, das Lauftraining werde ich nach Regeneration meines armen, geschundenen Körpers fortsetzen.

Aber heute Abend geht es erst mal zum wöchentlichen Lauftreff “Run & Beer”. Einer der beiden Komponenten werde ich überspringen.

Halloween und Konzerte

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Am Wochenende war Familien-Wochenende angesagt. Haben die Gelegenheit der Halloween-Veranstaltungen genutzt um zu einem Kürbis-Fest hier in der Nähe zu gehen.

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Kürbisse sind nun überall zu sehen und Halloween hat eine Penetration wie bei uns der Nikolaus oder in etwas die Weihnachtszeit. Es wird hier von Saison zu Saison gelebt und die Herbstsaison findet seinen Höhepunkt in Halloween. Sehr in Mode sind auch die Haunted Houses (Schreck-Geisterhaus), aber da bekommt mich keiner rein. Dazu passend auch der Film Annabelle… Aber da bekommt mich auch keiner rein.

Bisschen mit den Kindern Kürbis geschnitzt (Messer war ungefährlich), zuvor 7 US-$ Eintritt gezahlt, dann den Kürbis schön abgestellt, etwas Seemöwen am See gejagt,  und gegen Abend (19 Uhr) durften wir dann Hunderte von Kürbissen anschauen.

 

Zuvor war ich auf einem Konzert. Volbeat und Five Finger Death Punch. Zwei grandiose Bands, die ich zuvor auf dem Rock am Ring erleben konnte (wenn ich mich nicht für Seeed statt 5FDP entschieden hätte. Aber war dennoch grandios, Seeed muss man mal live gesehen haben).

Und wie man sieht, sind Rockkonzerte, zumindest die mit 5FDP, hier mehr von Kurzhaarigen besucht. Allerdings sind 5FDP für ihren USA-Bezug bekannt, auch wenn es im Konzert kaum aufgefallen ist. Grandios sind die Lieder alle mal

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Zurück zum Konzert. Selten war ich so enttäuscht, aber insgesamt war es doch lohnenswert. Auch wegen der netten Mitmenschen, die ich dort kennengelernt habe. Die Parkflächen zur Arena waren bei weitem nicht ausreichend, so dass 10 US-$ Parkgebühren von den umliegenden Restaurants verlangt worden sind. Der Verkehr war absolut unterirdisch, da die einzige Auffahrt von einer Ampelschaltung kontrolliert worden ist. Etwa 3 km Rückstau auf der Autobahn. Dass man die Ampelschaltung ändern könnte, mag den Veranstaltern vielleicht in den Sinn gekommen sein, aber wahrscheinlich hat es gegen eine Regel verstoßen. (“Stumpf ist Trumpf”). War also gegen 19:15 Uhr dort, die erste von vier Bands hätte um 19:00 Uhr anfangen sollen, hatte aber um 18 Uhr angefangen. Damit wurde die erste Band knapp verpasst.

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Dort angekommen, eine Menschenschlange… Wenn man die in Autos gepackt hätte, wären wahrscheinlich wieder die drei Meilen zu Stande gekommen. Und eines muss man sagen, die Menschen in Michigan sind sehr diszipliniert, wenn es ums Anstellen geht. Nicht im britischen Queuing-Sinne, sondern nur dort, wo es einen Sinn ergibt. Dann stellt man sich auch mal zwei Stunden in der Mall an, um ein Foto mit Mickey Maus im Disney-Shop zu bekommen… Inklusive Kinder, die genauso diszipliniert stehen und warten. In Deutschland wäre es wahrscheinlich zur Formation Wolke und “aktives Anstellen” gekommen. Pluspunkt USA.

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Zurück zur Menschenschlange: Das Anstellen hat 90 Minuten gedauert, da nur zwei Personen die Taschenkontrolle durchgeführt haben. Einer der Jungs mit denen ich unterwegs war, hat anstandslos das Geld zurückbekommen und ist gegangen. Minuspunkt USA (aber wenigstens wurde der Fehler eingesehen)… Die zweite Band haben wir komplett verpasst, Volbeat zur Hälfte gesehen.

Das Konzert dort selbst, war sehr zwiespältig. Man kann zum Teil sagen, dass zumindest in Michigan die Rockkonzerte zum Teil so geschaut werden, wie man einen Film schaut. Passiv mit einem Bier in der Hand (zu welchem man ein Armband braucht. Und das Bier ist umgeschüttetes Dosen Bier… Miller Light oder Ähnliches). Wäre Popcorn verkauft worden, wäre es wohl auch der Renner…

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Zu Volbeat war die Atmosphäre also sehr passiv (vielleicht auch wegen des Eintritt-Ärgers), keine Moshpits… Leider… Zu 5FDP hat es sich etwas aufgelockert, es gab vereinzelte Pits, allerdings nicht vergleichbar mit anderen Konzerten, die ich schon erlebt hatte (Prodigy 2013). Ich würde sogar fast behaupten, dass auf einem Philipp Poisel Konzert mehr Stimmung herrscht… Aber OK, andere Länder, andere Sitten.  Minuspunkt USA.

Konzert war Michigan-typisch auch schon um 23 Uhr vorbei, ich war also für den nächsten Morgen wieder bereit für die Arbeit. Pluspunkt USA

Und was mich massiv überrascht hat: Volbeat und 5FDP haben während des Konzertes die Kinder(!) auf die Bühne gebeten und es sind tatsächlich grob 15 Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren auf die Bühne gekommen und durften bisschen Stars und Gitarre anfassen… Und natürlich auch zu “Burn Motherfucker Burn” (5FDP) mitsingen. Die Musikanlage war allerdings übermäßig laut aufgedreht. Gut für das Gehör ist das nicht, aber vorne zu stehen, war bestimmt ein grandioses Erlebnis. Theoretischer Pluspunkt USA, aber Umsetzung… Mangelhaft

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Insgesamt: Von der Stimmung massiv enttäuscht, die Bands waren dafür grandios gut und man konnte sich die Stimmung nicht schön trinken, da man fahren muss und Trunkenheit wird als sehr negativ angesehen. Wenn man mehrfach torkelt, kann man davon ausgehen, dass man verwiesen wird. (Kann man mal als Pluspunkt USA gelten lassen)

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Abgesehen davon gab es Bier sowieso nur aus Dosen, umgeschüttelt in Plastikbecher. Aber auch erst nachdem man brav seinen Führerschein gezeigt hat und man das Bändchen zum Trinken erhalten hat. (Stumpf ist Trumpf-Punkt)

Das nächste Konzert steht Ende November an… Next try. Ich finde noch eine Party!

Frankenmuth

Was ist Frankenmuth? Ein kleineres Städtchen, das sich “Michigan’s Bayern” nennt. Gegründet von deutschen Auswanderern und es hält das Image deutsches Flair zu verbreiten. Die Fahrtzeit beträgt von Rochester Hills aus grob 1 Stunde… Wie eigentlich alles etwa 1 Stunde entfernt ist. Nach dem USA-Aufenthalt werden wir wohl auch mal für ein Mittagessen nach Stuttgart fahren.

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Das Städtchen ist schon sehr lieblich und sehr touristisch geprägt. Es wurde allerdings viel erzählt, dass der Ort völlig übertrieben sei. Diesen Eindruck kann ich jetzt nicht direkt geben. Es war zwar etwas Persiflage dabei, aber nicht man fühlte sich nicht wie in einem japanischen Touristendorf. Lederhosen-Tragende Personen habe ich außerhalb der Gebäude nicht gesehen, es lief auch nicht überall Blasmusik, dafür im Restaurant “An der Nordseeküste”, ein klassisch bayrischer Song.

Im Restaurant und auf der Straße ging es auch nicht sehr bayrisch zu:

Ist:

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Sollte:

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In dem “bayrischen” Wirtshaus wurde überwiegend Cola, Eistee und andere Soda-Getränke getrunken. Insgesamt fällt auf, dass während der normalen Mittagszeiten überhaupt kein Alkohol getrunken wird. Prinzipiell ja eine gute und gesunde Sache… Aber Bier ist Bier… und das lokal gebraute Bier hier in Michigan ist wirklich gut.

Es gibt hier auch eine gute Spezialität:

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Der bayrische Bier-Shake enthält ein Doppelbock mit Vanille-Eis und Buttershot. Ein Likör, bestehend aus Zucker und Butter(?!!). Wer macht denn sowas? War aber eigentlich gar nicht so unlecker.

Bestellt wurde natürlich eine kleine Fleischplatte. Hat soweit geschmeckt, der Sauerbraten hatte allerdings die Dicke einer Wurstscheibe und das Schnitzel war ein Schnitzelchen.

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Oktoberfest gab es hier keines, dafür ein Boot und ein kleines Stadtviertel (Eigentlich eher viele kleine, aber auch schöne Geschäfte und keine Wohnviertel).

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Summa summarum: Ein sehr gemütlicher Nachmittag in einem Urlaubsdorf. Man kann dort gut essen, bisschen spazieren gehen und wenn man sich dafür entscheidet, auch Boot fahren. Der Weihnachtsladen ist auch gleich in der Nähe.

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Weitere Bilder finden sich in der Galerie.

Bilder mit Nils im privaten OneDrive. Den Link solltet ihr haben, falls nicht, bitte kurz Bescheid geben.

Wo er recht hat, hat er Recht

http://www.golem.de/news/lennart-poettering-systemd-gruender-kritisiert-furchtbare-linux-community-1410-109649.html

Auf Google+ kritisiert Poettering nun aber die Open-Source-Community. Sie stehe keineswegs für Konferenzen, bei denen sich jeder auf ein Bier miteinander treffe und Beiträge, die anhand ihrer Qualität bewertet würden. Vielmehr sei die Gemeinschaft “ziemlich krank” und “voll von Arschlöchern“.

Und wenn man in das Forum schaut, sieht man, warum Poettering einfach nur Recht hat.

Halloween im Huckleberry Park

http://www.geneseecountyparks.org/pages/huckleberry

Im Sommer fuhr hier Thomas, im Herbst die Halloween-Bahn (und im Winter der Weihnachtszug, aber *psss*, nicht Nils erzählen).

Ein insgesamt sehr angenehmer, wenn auch kühler Nachmittag. Grandiosigkeiten gab es weniger, dafür vier Impressionen vom Straßenrand:

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361 Tage im Jahr Weihnachten

Bei Frankenmuth gibt es ein Geschäft in welchem das ganze Jahr lang Weihnachtszeug verkauft wird. Leider gibt es dort keine Schokoladen-Weihnachtsmänner, sondern nur Deko-Kram. Überraschenderweise sogar keinen Ramsch, sondern recht hochwertige teure Weihnachtskugeln (Einzelne Kugeln kosteten grob 12 US-$ das Stück (+6% State Tax, wie sie hier in Michigan immer dazugerechnet werden muss)).

Zu meiner Überraschung gab es kaum Licht- und Ton-Dekoration, dafür scheint es hier ein Faible für Weihnachtslandschaften zu geben. Europäisch-traditionelle Weihnachtsdeko für die Krippe war eigentlich nicht ausgestellt.

Dennoch fand man alles, was man finden wollte. Katzen, Panzer, Züge, Heißluftballons, Saxophone, Paprika, Trommeln…

Aber schaut selbst (Die Kamera war auf einigen Bildern mit den Lichtquellen etwas überfordert)

Windows 9 ist Windows 10

 

 

Erst dachte ich, dass das ein Scherz ist… Dann habe ich über Twitter folgenden Quellcodebeitrag gesehen:

https://searchcode.com/?q=startsWith%28%22windows+9%22%29

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Und viele, viele mehr…

Es könnte was dran sein.