Thomas the Train

Im Henry Ford Village hat sich Thomas the Train angekündigt und wir haben die Gelegenheit genutzt eine Runde Zug zu fahren.

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http://1drv.ms/1QQPaH4

Ansonsten gibt es spontan hier wenig erwähnenswertes zu berichten; Viel los im Betrieb und auf der Arbeit “müssen” die Aufgaben in 4 Wochen zum Abschluss gebracht werden. Wenn nicht, dann sind sie nicht fertig… und jemand anderes muss es machen…

Apropos kurzfristig:

Gestern morgen haben wir mit einer der Erzieherinnen den Anwesenheits-Plan für Nils für die nächsten Wochen ausgemacht und alles schien bester Ordnung zu sein. Ein paar Stunden später haben wir folgende Mail erhalten:

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Dies ist nicht das erste Mal, dass eine Erzieherin von heut auf morgen von Morgen auf Abend entlassen worden ist.

Wünsche dann noch einen angenehmen 1. Mai… Hier ist kein Feiertag. Viel zu feiern gibt es momentan sowieso nicht.

Der Gips ist ab

Nach 4 Wochen ist nun der Gips ab und Nils kann wieder seinen Arm ohne Weiteres bewegen.

Nils Gips

Schaut also wieder alles soweit gut aus.

Momentan sind wir mit der gesamten Abwicklung der Heimreise beschäftigt. Es sind leider nur noch zwei Monate in diesem Land, aber auf der anderen Seite bin ich doch froh wieder mal Heimatboden zu betreten. Ein wenig befürchte ich schon den alten Trott.

In den letzten Tagen habe ich die Formulare für den Container ausgefüllt. Dazu benötigt man auch einer “EIN” (Employer Identification Number). Eine eindeutige Kennzeichnung der Person für das Finanzministerium, verknüpft über die Social Security Nummer. Laut dem Logistiker ist ist ein Export eines Haushalts ohne diese Nummer schwierig. Man kann sie online beantragen und die Website begrüßt einen mit folgender Meldung:

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There is no right in privacy in this system… Wenigstens ehrlich und nicht verlogen.

Da ich Knoblauch so liebe, hatte die Kantine auch einen tollen Motto-Monat(!) eingerichtet:

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In diesem Sinne… Noch 6 Wochenenden in Detroit und 9 Wochenenden in den USA.

Frankenmuth, der Zweite

Leider bleiben uns nur noch sehr wenige Wochen übrig und wir wollten eines der schönen Sonnenwochenenden nutzen wieder mal Frankenmuth und den Weihnachtsladen zu sehen! Uns fehlte noch ein Weihnachtsstern für den Weihnachtsbaum.

Disco Weihnachtsstern(Der ist es nicht)Bronner Weihnachtsladen

Seit einer Woche hat wieder das Michigan-Wetter eingesetzt. Entweder strahlendblauer Himmel oder Starkregen und Gewitter. So lässt sich wirklich leben. Temperaturen um die 20 Grad und blau-blauer Himmel.

Ansonsten noch ein paar Bilder von der Stadt.

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http://1drv.ms/1Jjzczz

Zu Abend haben wir im Zehnder’s gegessen. Es gab amerikanisches “All you can eat”. Allerdings kein Buffet, sondern à la carte. Es artete in Stress aus, da der Kellner ohne große Übertreibung alle drei Minuten nachgefragt hat, ob man noch etwas haben möchte oder ob er schön anfangen soll zu “boxen” (Das Essen in Styroporbehälter für den Heimweg zu verpacken), während wir gerade von einem anderen Teller (Salat zum Beispiel) aßen. Sobald der Teller mal leer war und man paar Sekunden gewartet hatte, um sich für die nächste “Runde” vorzubereiten, da war er schon wieder da und wollte den Teller räumen. Draußen vor dem Restaurant war eine Warteschlange (das dritte Hobby nach Rasen mähen und Schneeschieben) mit einer Wartezeit von 60 bis 90 Minuten, ich denke er wollte hier für einen großen Durchsatz sorgen.

Zu essen gab es: Speisekarte… klassisch(?) amerikanisches Essen, welches man so in Deutschland kaum finden kann. Damit meinte ich nicht Burger und Sandwich, sondern unter anderem:

image(Foto aus dem Netz, https://www.mycitymag.com/)

  1. Coleslaw (süßer Krautsalat, wie im KFC nur nicht so billig)
  2. Leberpastete, Käse mit Knoblauchbrot (habe ich schon erwähnt, dass ich eigentlich kein Knoblauch mag, aber hier in diesem Lande nahezu alles mit Knoblauch gewürzt ist. Auch in der Kantine gibt es Knoblauchmengen, die ich nicht mal drei Tage vor einer öffentlichen Veranstaltung essen würde)
  3. Cranberry Relish (“Würzsauce”, super lecker)

Zur Hauptspeise:

  1. Frittiertes Hähnchen (allerdings “edelfritiert” und recht lecker)
  2. Kartoffelbrei.
  3. Irgendwas, was ich so nicht bei Namen kenne. Im Bild oben direkt neben dem Hühnchen, um Uhrzeigersinn.
  4. Chicken Gravy. Allerdings nicht mit unserer Bratensauce zu vergleichen, sondern weiße Soße. Hat einen absolut eigenen Geschmack. Kann man mögen, schmeckt recht intensiv.
  5. Butternudeln… da war schon viel Butter dabei :-)
  6. Gemüse: Karotten

Zur Nachspeise:

  1. Eiscreme (im Stile eines Sundaes)

Dennoch ein akzeptables Essen, wenn auch nicht delikat. Foto habe ich leider keine… Foodtweets auch nicht. Daher nur das Bild aus dem Netz

Im privaten Bereich habe ich noch ein paar Bilder von Nils eingefügt.

Die Polizei

In den Medien hört man immer häufiger über die amerikanische Polizei. Meist in Verbindung mit unverhältnismäßigem Einsatz von Schusswaffen. Zumindest aus europäischer Sicht.

Als kleines Beispiel, welches momentan im Internet geistert und zumindest durch Wikipedia belegt ist:

Der Unterschied: Die 111 Personen wurden im März 2015 erschossen, die 52 Personen im Vereinigten Königreich seit 1900.

Natürlich kann man die Nationen, Kulturen und Gewohnheiten nicht 1:1 vergleichen, aber der Unterschied ist doch prägnant.

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Es drückt aber auch deutlich die Gewohnheit aus, dass die Gesellschaft einen Ausschluss der “Unliebsamen” und “Nicht zugehörigen” Personen nicht nur akzeptiert, sondern auch aktiv fordert und fördert. Derjenige, der als schadhaft zur Gesellschaft angesehen wird, dessen Rechte werden ganz schnell moralisch und zum Teil auch rechtlich minimalisiert. Ein Aufreger im Freundes- und Kollegenkreis sind die vielen Tote wahrlich nicht. Wie auch über Religion und Politik wird über den Schusswaffengebrauch der Polizei nicht diskutiert und sondern einfach nur zur Kenntnis genommen. Es wird auch mehr in den deutschen Medien darüber diskutiert als in den amerikanischen.

(Noch ein vielleicht nicht-vergleichbarer Vergleich: Im Ukraine-Russland-Konflikt sind schätzungsweise 6.000 Menschen zu Tode gekommen. In den USA kommen 30.000 Menschen jährlich durch Schusswaffen um)

Thema der Woche war im Übrigen der Atomdeal mit Iran und das Gesetzesvorhaben des Kongresses. Vorübergehend wurde in den Medien über die Taser/Pistolenverwechslung des freiwilligen Polizisten diskutiert.

Ich persönlich hatte nur wenige Kontakte zur Polizei:

Paraden

Auf jeder Parade, davon gibt es hier einige, zeigt die Polizei ihr neues Material und der Sheriff möchte natürlich auch publikumswirksam in Szene gesetzt werden.

Dies hatte ich damals schon geschrieben.

Polizei

Veranstaltungen

Bei einigen Veranstaltungen sind auch ein paar öffentlichkeitstaugliche Polizisten unterwegs und verschenken ein paar kleine Sheriff-Sterne oder Aufkleber an die Kinder. Soll wohl Bürgernähe symbolisieren, spricht ja auch nichts dagegen.

Halbmarathon

Wie schon geschrieben. Fiel hier mehr durch übertriebene Kontrolle als durch Bürgernähe auf.

Täglicher Verkehr

Die Polizeidichte auf den Straßen ist sehr hoch. Auf jeder Fahrt sehe ich mindestens ein Polizeiauto und wenn ein Fehlverhalten (Stoppschild überfahren, vor einer rot-werdenden Ampel stark beschleunigt, etc) erkennbar ist, so wird sofort das Blaulicht angemacht und das Auto angehalten. Die Polizeiautos sind in ihrem Schwarz und dem flachen Leuchtbalken recht unauffällig, so dass man diese doch recht schnell übersieht. Ich persönlich bin übrigens noch nicht angehalten worden. Die Kontrolle soll laut Aussagen vieler im Allgemeinen recht entspannend und meist nur belehrend sein.

Wie in Filmen und Erzählungen fährt das Polizeiauto mit Blaulicht und gegebenenfalls später auch Sirene einem hinterher und man hat zügig zur Seite zu fahren. Leider auch auf den Autobahnstandstreifen, so dass man häufig auch angehaltene Fahrzeuge relativ knapp am Fahrbahnrand sieht. Führt auch zu regelmäßigen Unfällen mit dem kontrollierenden Polizeibeamten.

Befindet sich ein “Blaulichtfahrzeug” auf einer ‘innerstädtischen’ Straße, so ist übrigens anzuhalten. Egal ob sich dieses im Gegenverkehr oder auf der Nachbarspur befindet. Zeigt auch deutlich, dass Hoheitsträger einen sehr hohen Respekt in der Gesellschaft haben. (Respekt durch Furcht, Autorität oder Dankbarkeit? Eher letzteres nach meinem Gefühl)

Polizeiauto

Die Heimfahrt vom Konzert

Schon vor längerer Zeit war ich in der Compuserve Arena auf einem recht guten Konzert (Volbeat, Five Finger Death Punch) und gut gelaunt habe ich den Heimweg angetreten.

Auf der Autobahn sind üblicherweise 70 Meilen pro Stunde erlaubt, ich persönlich bin stetig mit Tempomat drunter gefahren, etwa 65 Meilen pro Stunde. Irgendwann hatte ich ein Auto im toten Winkel und wollte dieses loswerden. Also habe ich grob auf 70 Meilen pro Stunde beschleunigt, das Fahrzeug nahm die “Competition” auf und beschleunigte perfekt im toten Winkel mit.

Gut gelaunt, lächelnd und nichts ahnend, habe ich mir im Geiste gedacht, dass man das Spiel ja bis 85 Meilen mitspielen kann, da sich ja ansonsten sowieso keiner um Geschwindigkeiten kümmert und ein anderes Auto im toten Winkel ja doch recht nervig ist. Stetig die Geschwindigkeit erhöht, das Nachbarauto tat das Gleiche.

Bei fast 75 bis 80 Meilen pro Stunde kam mir das dann doch etwas doof vor und verzögerte wieder auf 65 Meilen pro Stunde. Das Auto… Das Polizeiauto hat mich dann rechts überholt und der Fahrer hat mir dabei mit der Taschenlampe in mein Auto geleuchtet. Ich war wohl noch unter dem Geschwindigkeits-Limit, um “reasonable suspicion (Anfangsverdacht)” geweckt zu haben und bin somit einer Kontrolle entgangen.

“The right of the people to be secure in their persons, houses, papers, and effects, against unreasonable searches and seizures, shall not be violated, and no Warrants shall issue, but upon probable cause, supported by Oath or affirmation, and particularly describing the place to be searched, and the persons or things to be seized.”
Fourth Amendment to the United States Constitution

Bekannter hat mir dann erzählt, dass dies ein übliches Verfahren der Polizei wäre, um einen Autofahrer zu einen Fehler, in meinem Falle die Geschwindkeitsüberschreitung, zu provozieren, damit ein Anhalten gerechtfertigt ist. (Aus diesem Grund kontrollieren einige Bargänger regelmäßig die Beleuchtung des eigenen Fahrzeugs). Alternativ hätte ich das Auto auch übersehen können und beim Wiedereinscheren in die rechte Fahrbahn den Sicherheitsabstand und die notwendige Vorsicht verletzt.

In den USA gilt der Grundsatz, abgeleitet aus dem obigen Verfassungszusatz, dass man nur im Verdachtsfalle einen Anhalten darf. Es gibt zwar noch die Möglichkeit einer neutral durchgeführten, nicht-mobilen Straßenkontrolle (ähnlich unserer Polizeikontrollen), gesehen habe ich diese aber noch nie.

Aus diesem Grund fährt die Polizei scheinbar hier die obengenannte Taktik. Empfinde ich persönlich als Vertrauensbruch im Polizei-Bürger-Verhältnis, da die Polizei in meinen Augen einen vor Fehlern bewahren soll und nicht zu Fehlern verleiten soll. Aber OK, ein großer Polizei-Fan bin ich sowieso nicht (auch wenn ich Alkohol- und Geschwindigkeitskontrollen in Deutschland als zu lax empfinde).

Zusammengefasst

Man braucht absolut keine Angst zu haben, dass man hier unrechtmäßig festgehalten oder gar ein Amtsmissbrauch stattfindet. Die Integrität der Polizei sehe ich hier als sehr hoch an. Als Freund erkenne ich (und nicht nur ich, sondern auch andere junge Menschen) die US-Polizei dennoch nicht an. Muss ich auch nicht.

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Jetzt spiele ich erstmal etwas GTA V

Kreditkarte gesperrt

Vor einer Woche habe ich einen gleichzeitigen Kontaktversuch über drei Kommunikationskanäle erhalten:

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  • SMS ging ein: Fraud Detection, habe ich für 200 US-$ im Meijer in Ohio gekauft?
  • E-Mail ging ein: Fraud Detection, siehe oben
  • Telefon hat geklingelt: Am Apparat war eine nette Computerstimme, die mich dann nach zwei Minuten an eine nette Stimme weitergeleitet hat. Ob ich in Ohio über 200 US-$ gekauft hätte, weil ich ja 15 Minuten zuvor im Starbucks in Rochester Hills bezahlt hätte. Dies würde etwas ‘fishy’ sein.

Habe bestätigt, dass ich es nicht war, daraufhin wurde sinnvollerweise meine Kreditkarte gesperrt und eine Neue wird mir in den nächsten 3 bis 5 Geschäftstagen zugesandt. Das Geld wird mir zurückerstattet, bzw. nie abgebucht.

Man könnte sich fragen:

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Aber, aber, aber….

Die Kreditkarte ist ein wesentlicher Bestandteil des täglichen Geschäfts. Ohne Kreditkarte ist man zwar nicht abgeschnitten, da man überall nur mit Bargeld bezahlen kann. Es ist aber recht unerwünscht, da auf Grund der nachträglichen Tax (ähnlich der MwSt) sämtliche Preis schief sind.

Man kauft was für 1,99 USD ein. Darauf kommen dann 6% State Tax, das macht dann grob 2,12 USD. Also bezahlt man per Kreditkarte, Kleingeld stinkt. Es geht sowieso meist schneller und wirklich jeder Automat und jede Station nimmt die Kreditkarte an. Sogar unser Süßigkeitenautomat auf der Arbeit mit 50 Cent Kaugummis. *Swipe und gut, dauert 5 Sekunden*

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Man könnte sagen: OK, dann zahlt man halt mal 5 Tage mit Bargeld… Etwas nervig, da man normalerweise zum Beispiel direkt an der Zapfsäule an der Tankstelle zahlt… Zahlt man Cash, so legt man dem Kassierer zuerst genug Geld für eine Tankfüllung hier, er schaltet sie dann für diesen Betrag frei und danach bekommst du das Restgeld. Oder wenn du weiß vertrauenswürdig ausschaust, dann schaltet er sie auch allgemein frei und man zahlt dann drin. Aber erst auf Rückfrage im Häuschen.

Das nächste Problem ist, dass diese Karte die einzige Möglichkeit, neben der Präsenz in der Filiale, an Bargeld zu kommen. Man besitzt eine kombinierte “Debit”- und “Creditcard” und darf beim Einkauf immer auswählen welche der beiden man nutzen mag.

  • Klickt man auf “Debit”, so muss man die PIN eingeben,
  • klickt man auf “Credit”, so muss man manchmal gar nichts machen oder seinen Ausweis vorzeigen oder die Postleitzahl eingeben oder unterschreiben. So ganz habe ich das noch nicht kapiert, aber Fakt ist, dass die Händler mehr bei “Credit” an die Bank abdrücken müssen. *Swipe und gut*
    Und der Einkauf geht durch die “Fraud Protection”. Ein ganz großes Thema hier: Die Banken machen den lieben langen Tag scheinbar nichts anderes als die Abbuchungen auf Plausibilität zu überprüfen. In der Fernsehwerbung wird aktiv damit geworben:
    https://www.youtube.com/watch?v=jAY_OhFRxgA 
    “We monitor every purchase everyday and let you know if anything looks unusual”

Der Magnetstreifen ist schnell kopiert, es gibt keinen Chip und man bezahlt meist anonym ohne Ausweis. *Swipe und gut*. Im Übrigen kostet der Kreditkartenbetrug grob 0,5% eines Händlerumsatzes und in Summe 32 bis 190 Milliarden US Dollar (je nach Studie) pro Jahr. Auf gut Deutsch: Das System funktioniert nicht.

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Ok… kein Bargeld… so eine Sache, aber drei Tage bekommt man überbrückt.

Das nächste Problem ist, dass in den USA die Bankverbindungsdaten (Routing Number, ähnliche der Kontonummer) heilig ist. Sind diese bekannt, kann jeder davon abbuchen. Eine große Kontrolle gibt es nicht, man soll ja Kreditkarten nutzen, die den Banken viel Geld einbringen.

Es gibt auch keinen wirklichen Dauerauftrag und keine echte Überweisung. Man ist schon ganz stolz drauf, wenn man innerhalb einer Bank überweisen kann. Führt man eine Überweisung über das Onlinebanking durch, so wird dieser Person ein Scheck ausgedruckt(!), per Post zugeschickt(!!) und er kann diesen dann bei der Bank einlösen(!!!). Ein Grund, warum Paypal erfolgreich ist. Habe ich aber schon geschrieben.

Wie bezahlt man nun seine monatlichen Kosten, wie Strom, Versicherung und Gas? Es kommt wahrlich auf den Anbieter an.

  1. Bei manchen überweist man jeden Monat den korrekten Betrag nach Erhalt der Rechnung per Online-Banking. Dieser erhält dann einen Scheck. Manche erhalten auch sowas wie einen “eScheck”. Dafür muss man wohl Premiumkunde sein.
  2. Bei anderen geht man auf die Website des Anbieters und hinterlässt dort seine Kreditkartendaten und führt monatlich von dort eine Abbuchung über die Kreditkarte durch.
  3. Moderne Unternehmen haben sowas wie “AutoPay”. Dort hinterlässt man die Kreditkarteninformationen und sie buchen aktiv und eigenständig das Geld monatlich von der Kreditkarte ab. Dies wird von den Unternehmen als cooles und innovatives Feature beworben *now with AutoPay*.

Daher:

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Ich kann nun alle Unternehmen anrufen, auf deren Website gehen oder muss persönlich beim Büro vorbeischauen um meine Kreditkartennummer zu ändern. Dies wären:

  • Kindergarten
  • Lifetime (Fitnessstudio)
  • Autoversicherung
  • T-Mobile
  • AT&T (Telefon und Internet)
  • Consumer’s Energy (Gas)
  • DTE (Strom)
  • Minol (Wasser)
  • Adobe, Spotify, Steam
  • und wahrscheinlich einige, die ich vergessen habe

Natürlich laufen die Abbuchungen weiter und ich habe noch keine neue Kreditkarte erhalten, da sie noch auf dem Postweg ist. Wird also ein paar ‘Decline’s geben, die mich 5 US-$ pro Decline kosten werden.

Ein super System! Im übrigen sind die Amerikaner die Prozedur gewohnt, da Kreditkarten bekanntlicherweise nach einiger Zeit (2-4 Jahre) ablaufen. Man macht also alle zwei Jahre die Rundreise durch die Unternehmen. Sei es im Cyberspace oder in Präsenz.

Es ist übrigens schon meine zweite Kreditkarte, die hier gesperrt worden ist. Meine deutsche Kreditkarte wurde bei dem berühmten Homedepot-Hack gesperrt.

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Seit Wayne hat sich das Endkunden-Finanzsystem hier kaum weiterentwickelt. Wichtig ist nur, dass man Börsenaktionen im Mikrosekunden-Takt tätigen kann. Wer braucht da schon Endkunden?

Ach ja… eine Kreditkarte erhält man hier im Allgemeinen nur wenn man eine gute Credit history hat. Und man bekommt eine gute Credit History, wenn man eine Kreditkarte nutzt (oder das Unternehmen an dem man angestellt ist, eine Arbeitsbestätigung gibt. Dazu muss das Unternehmen aber schon sehr groß, sehr bekannt und sehr vertrauenswürdig sein. Ein mexikanischer Kollege hat mehrere Jahre auf seine Kreditkarte gewartet.).

Die Fahrt nach Grand Rapids

Spontan zum Karfreitag haben wir entschieden, dass wir über Nacht bei Grand Rapids, einer kleineren Stadt im Westen Michigans, übernachten. Grob 2,5 Stunden Fahrt, für amerikanische Verhältnisse sogar tauglich für einen Tagestrip.

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Alle Bilder sind unter http://1drv.ms/1y79Y7c verfügbar.

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Bilder mit Nils und Annabelle (und mir) im privaten Bereich

Während der Fahrt haben wir dann noch ein besonders sinnvolles Auto gesehen. In Michigan gibt es keinen TÜV. Man beachte den Endtopf des Fahrzeugs.

Beklopptes Auto USA

Grand Rapids ist bekannt für die Bierbrauerei-Szene und dem hip-angesagten Hop Cat. Eine Filiale hat nun auch in Detroit aufgemacht. Klassisches Restaurant mit Burgern, Pommes und Bier. Passt! Übliche Wartezeit in Detroit 2 Stunde, es wird sich schön in einer Schlange im Warteraum und vor dem Restaurant angestellt.

Hop Cat Grand Rapids

Am Fluss selbst wurde geangelt. Einige haben die Fische mitgenommen, andere haben nur zum Spaß geangelt. An Land ziehen, Foto machen, Haken entfernen, zurückwerfen… Gibt es leider überall, so auch hier. Diejenigen, die den Fisch mitnehmen wollten, haben ihn zuvor nicht totgeschlagen. Ich bin kein Angler, weiß daher nicht, was wirklich normal ist, aber ich ging davon aus, dass man die Leidenszeit des Fisches durch Totschlagen reduziert. Scheinbar nicht.

image(Der lebte noch… [nicht der Mann, der Fisch])

Leider war die Temperatur wieder mal ungemütlich. Bei 5 Grad, teilweise sogar kurzem Schneegestöber und starkem Wind war die Freude an der Außenluft eingeschränkt, aber doch vorhanden.

Wie auch in anderen amerikanische Städten wurde man auch hier vereinzelt, aber direkt von Obdachlosen/Sozialschwachen (aber nicht verwahrlost, wie in Atlanta) auf der Suche nach Dollar, bzw. Essen angesprochen. “Do you have a dollar for me?” – “No, sorry” – “I should shoot you, bastard”. Dabei lief er noch 10 Meter hinter einem her und fluchte vor sich hin. Dies war das einzige negative Vorkommnis, ätzend, aber erträglich. Leider das Resultat, wenn ganze Bevölkerungsschichten von der gesellschaftlichen Entwicklung abgekoppelt sind. Der Rest der Stadt wirkte aber sicher und sauber.

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Die Stadt selbst ist schön und gemütlich und auf jeden Fall eine Reise wert. Auch die Museen sind sehr abwechslungsreich gestaltet. Ein wenig über amerikanische Zeitgeschichte, aber auch über das Wildleben in Michigan.

Fuchs fängt Hase

Über den zweiten Tag haben wir uns im Ionia State Park aufgehalten. Ein viele Quadratkilometer großer Park, den wir faktisch für uns alleine hatten. Michigan hat den Winterschlaf noch nicht ganz verlassen. Wie oben schon geschrieben überschreitet die Temperatur nur ganz selten die 10 Grad Marke und der Wind bläst doch ganz deutlich. Insgesamt haben wir zwei andere Spaziergänger und etwa vier “Spazierfahrer” gesehen.

IMG_9758Waldweg

Die ersten Motorradfahrer sind nun auch unterwegs. In Michigan gilt, wie in vielen anderen Bundesstaaten der USA, keine Helmpflicht. Sie wurde vor einigen Jahren abgeschafft, da viele Durchreisende sich beschwert hatten, dass man sich extra für Michigan einen Motorradhelm kaufen muss. Seit dem darf man hier ohne Helm fahren. Auch im Amerikanischen gibt es die Nutzung des Begriffs “Organspender” in Bezug auf Motorradfahrer.

Motorradfahrer ohne Helm

In den anderen Bundesstaaten ist die Umsetzung der Helmpflicht undenkbar, da es doch dem “Spirit of Freedom” widerspricht. Man ist frei ohne Helm mit 115 km/h zu fahren. Auf Straßen mit Schlaglöchern im Dezimeter-Bereich und den unaufmerksamsten Autofahrern, die gerade am SMS-schreiben sind. Großartige Idee (neudeutsch: Great idea!) Apropos Schneegestöber: Hier schneit es mal wieder (auch wenn nichts hängen bleibt).

‫Schneesturm Hawkeye

In diesem Sinne: Frohe Ostern!

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Zeitverschiebung

MEZ wurde zur MESZ. Deutschland ist seit heute wieder 6 Zeitzonenstunden voran!

Die USA haben schon vor drei Wochen die Uhr umgestellt, so dass wir in den letzten 3 Wochen nur eine Differenz von 5 Zeitstunden haben. Ein Garant, dass jede geplante Skype-Session oder jedes Meeting in der Firma erstmal ausfallen kann. Ich bin am ersten Tag der US-Zeitzone zum ersten mal per Text-Nachricht informiert worden, dass das Meeting gerade anfängt… Ich saß noch am Frühstückstisch…

Nerviger ist, dass auch wöchentliche Regeltermine nicht mehr funktionieren, da je nach Einladendem das Meeting für eine Stunde nach vorne für Deutschland oder nach hinten für die USA verschoben wird. Damit kommt es unweigerlich zu Termin-Kollisionen bei zuvor enggestaffelten Meetings oder gar zu Meetings während der Mittagspause(!).

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Nun ist es wieder vorbei und der ganze Anpassungsphase kann wieder von vorne beginnen.

Warum ich dies schreibe? Man sieht immer wieder, dass internationale Zusammenarbeit durch einseitige Veränderungenerschwert wird. Die letzte Änderung der Regeln gab es hier durch meinen Lieblings-Präsidenten: George W. Bush. Immer wenn man denkt, dass alles rund läuft, gibt es eine neue Herausforderung… Ich gebe zu, die Herausforderung hier war es sich einfach vorher zu informieren und pünktlich aufzustehen… Mission fehlgeschlagen.

Bilder

Ein paar Bilder von Detroit:

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http://1drv.ms/1NurZ2y

Ein kleines Missgeschick

Es ist weder passiert. Nils ist beim rückwärts Laufen draußen gefallen und hat sich mit dem Handgelenk auf den gefrorenen Boden abgefangen.

Resultat: Knick-Knack Trauriges Smiley 

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Passiert ist das Ganze vor drei Tagen und nun trägt er einen schönen, blauen Gips. Ihm geht es soweit gut, er ist schmerzlos und findet seinen Gips laut eigenen Aussagen schön. Er ist auch ganz stolz drauf, dass er andere Kinder NICHT damit schlagen darf. Wir werden sehen was die Kita-Betreuerinnen sagen werden.

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Wir haben uns diesmal entschieden das Beaumont-Krankenhaus zu nehmen, da es als organisierter gilt. Ich musste mich dort mit Nils nur zweimal registrieren und die Gesamtdauer war mit 2,5 Stunden etwa 1 Stunde kürzer als im Crittenton. Knapp 5 Stunden nach Sturz war damit alles erstmal erledigt.

Heute hat er seinen vorläufigen Gips ab und den Festen (Wasser- und Badewannenfest!) für die nächsten vier Wochen angebracht bekommen. Dies geschah bei einem Kinder-Orthopäden, dessen Arzthelferinnen erstmal 45 Minuten lang versucht haben die Versicherung zu erreichen. Ohne telefonische Freigabe bei un- und wenig-bekannten Versicherungen, erfolgt hier keine Behandlung. So kann man auch Arbeitszeit nutzen. Hat aber alles geklappt.

Das medizinische System ist hier immer ein Abenteuer. Vor der Erst-Behandlung im Beaumont-Krankenhaus musste er auch erstmal einen Kinder-Patientenkittel anziehen (Juchhu, Pullover ausziehen mit gebrochenen Arm) und selbstverständlich wurde Temperatur, Puls, Sauerstoffsättigung bei Aufnahme und bei Entlassung geprüft.

So hoffe ich auf baldige Genesung und vollständige Ausheilung (wie vom Arzt prognostiziert).

Henry Ford Museum

Am letzten Wochenende waren wir zum zweiten Mal im Henry Ford Museum und ich halte es immer noch für einer der empfehlenswertesten Museum(e)*, die ich bisher gesehen habe. Züge, Autos, Flugzeuge, US-Geschichte.

Eine Auswahl der ausgestellten Exponate habe ich hochgeladen:

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http://1drv.ms/1N6a6a7

*) Museum? Musee? Musea? Mehrzahl von Museum?