Ein kleines Missgeschick

Es ist weder passiert. Nils ist beim rückwärts Laufen draußen gefallen und hat sich mit dem Handgelenk auf den gefrorenen Boden abgefangen.

Resultat: Knick-Knack Trauriges Smiley 

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Passiert ist das Ganze vor drei Tagen und nun trägt er einen schönen, blauen Gips. Ihm geht es soweit gut, er ist schmerzlos und findet seinen Gips laut eigenen Aussagen schön. Er ist auch ganz stolz drauf, dass er andere Kinder NICHT damit schlagen darf. Wir werden sehen was die Kita-Betreuerinnen sagen werden.

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Wir haben uns diesmal entschieden das Beaumont-Krankenhaus zu nehmen, da es als organisierter gilt. Ich musste mich dort mit Nils nur zweimal registrieren und die Gesamtdauer war mit 2,5 Stunden etwa 1 Stunde kürzer als im Crittenton. Knapp 5 Stunden nach Sturz war damit alles erstmal erledigt.

Heute hat er seinen vorläufigen Gips ab und den Festen (Wasser- und Badewannenfest!) für die nächsten vier Wochen angebracht bekommen. Dies geschah bei einem Kinder-Orthopäden, dessen Arzthelferinnen erstmal 45 Minuten lang versucht haben die Versicherung zu erreichen. Ohne telefonische Freigabe bei un- und wenig-bekannten Versicherungen, erfolgt hier keine Behandlung. So kann man auch Arbeitszeit nutzen. Hat aber alles geklappt.

Das medizinische System ist hier immer ein Abenteuer. Vor der Erst-Behandlung im Beaumont-Krankenhaus musste er auch erstmal einen Kinder-Patientenkittel anziehen (Juchhu, Pullover ausziehen mit gebrochenen Arm) und selbstverständlich wurde Temperatur, Puls, Sauerstoffsättigung bei Aufnahme und bei Entlassung geprüft.

So hoffe ich auf baldige Genesung und vollständige Ausheilung (wie vom Arzt prognostiziert).

Henry Ford Museum

Am letzten Wochenende waren wir zum zweiten Mal im Henry Ford Museum und ich halte es immer noch für einer der empfehlenswertesten Museum(e)*, die ich bisher gesehen habe. Züge, Autos, Flugzeuge, US-Geschichte.

Eine Auswahl der ausgestellten Exponate habe ich hochgeladen:

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http://1drv.ms/1N6a6a7

*) Museum? Musee? Musea? Mehrzahl von Museum?

St. Patricks day

Heute wird großflächig in Vereinigten Staaten der St. Patricks Day gefeiert. Ein irischer Feiertag, der von der amerikanischen Gesellschaft übernommen wurde und gefeiert wird.

Ich persönlich war am Samstag in einer Kneipe. Es sind viel mehr Menschen als sonst auf den Beinen und es wird auch viel mehr als sonst konsumiert. An diesem Tag ist grün die vorherrschende Farbe. Die Kneipe ist grün geschmückt, jeder hat mindestens ein grünes Kleidungsstück an, aber die Musik, die gespielt wurde, war der gleiche Pitbull-Kesha-Schrott wie man sonst im Mainzer Roxy findet. Immerhin wurden auch Turnschuhe als akzeptabel empfunden. Aber alles in allem ein gelungener Abend!

Wie in vielen anderen Clubs schon beobachtet, war die Security auch hier sehr auffällig und prägnant. Sie war offen und zentral postiert war und hat die Menge aktiv beobachtet. War einer auf dem Weg negativ auffällig zu werden, so hat er eine Verwarnung von der Security erhalten. Die Toleranzschwelle war faktisch negativ und hat ein Ausleben verhindert.

St. Patrick Kneipe

Es gab gutes Bier (Michigan-lokal), aber selbstverständlich gibt es auch grün eingefärbtes Miller Lite. Hat geschmeckt wie Miller-Lite, die Farbe war wohl reiner Farbstoff. Gegen 24 Uhr ging es in den “Club”-Bereich (Men: 5 USD, Women: 0 USD) und leider musste ich wieder feststellen, dass die Musik viel zu laut ist. Scheinbar gibt es keine strenge Regel in Bezug auf Musik-Lautstärke. St. Patrick Kneipe

SCHNITT.

Am Tag darauf war die St. Patricks Parade in Corktown. Zuvor gab es am frühen Morgen einen 5(,3) km-Lauf, an dem ich teilnahm. Der Lauf lief mit einer Gesamtzeit von 25:30 netto Zeit optimal!

Wie bei jedem Lauf gibt es natürlich auch die Damen und Herren, die sich in der 6 Min/km Zone mit Kinderwagen einreihen, um dann 25 Meter nach der Startlinie anfangen zu gehen.

Nils hatte ebenso seinen ersten Lauf über 400 Meter!

IMG_9418(Nicht Nils!)

Im Anschluss gab es in einer abgesperrten Zone tatsächlich Freibier (“Adult beverage”). Was bedeutet abgesperrt? Menschen unter 21 dürfen diese Zone nicht betreten. Dazu zählen natürlich auch Annabelle und Nils, so dass die Familien ‘auseinandergerissen’ worden sind. Aber nicht all zu lange, da kurze Zeit später die Parade anfing.

IMG_9451(Die “Adult-Drinking-Zone”)

Die Parade selbst war sehr angenehm und lebendig. Meist von Musik-Zügen geprägt, Schottenrock-Träger mit irischer Flagge, ein bisschen Wahlwerbung für irgendeinen “Grand Marshal”, dem Zeigen der Hoheitsträger (Polizei, Grenzschutz und Feuerwehr) und erbärmlicher Werbung für irgendeinen Immobilien-Vermittler. Immerhin gab es keine Panzer, wie in Rochester. Die gesamten Fotos habe ich auf OneDrive geladen.

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Leicht anarchistisch aufgefallen ist der Detroiter Fußball-Club. Fußball-Fans fallen wohl überall auf.

Fußballfans

Während Rochester als “Snob-Town” bekannt ist, scheint Corktown (recht nah an Detroit Downtown) zu leben. Recht viele Pubs und Restaurants und am Tag der Santa Parade hat man auffällig viele rote Plastikbecher (Beer Pong Becher) gesehen, in die eine Bierdose gesteckt wurde. Absolut nicht zu vergleichen mit deutschen Volksfesten, aber schon eine ganze Liga offener als sonst. Aber laut Aussage eines Kollegen nur an diesem Tag. Wenn man sich im Großraum Detroit am St. Patricks Day befindet, so lohnt sich der Ausflug schon.

Ob St. Patricks in USA wirklich viel mit St. Patricks in Irland zu tun hat? Ich habe meine Zweifel… Apropos grün: In Chicago wird der Fluss grün gefärbt:

tumblr_mjnyehMvle1rnglyfo2_500(Foto aus dem Internet)

Sea Life Michigan

Es befindet sich im Great Lakes Crossing und hat Fische… Keine Delfine/Delphine und keine Krokodile. Fische, Krabben, Hummer (nicht zum Essen) und Seesterne.

Was soll man groß erzählen? Recht überfüllt, da neu eröffnet. Karten gab es nur über das Internet mit drei Wochen Vorlaufzeit und in grob 45 Minuten war man mit einem Kind, das sich nur halbwegs für Fische, abgesehen von “Nemo”, interessiert hat.

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http://1drv.ms/1DX8jgN

Ein wenig über die Infrastruktur

Eigentlich wollte ich etwas über die Straßen- und Gebäudeinfrastruktur lästern, habe es aber mal verschoben… 

(Schiersteiner Brücke)

Daher… Themawechsel: Wie sieht so ein durchschnittlicher Haushalt aus? Man muss sagen, dass sich die Wohnungen hier deutlich von den deutschen Wohnungen in Sachen Ausstattung und Qualität unterscheiden. Untereinander sind sie identischer. Vielleicht habe ich in Deutschland auch einfach nicht drauf geachtet. Hier scheint es zum Beispiel nur einen Schalterhersteller zu geben und auch viele andere Dinge sind einfach gleich. Teppiche, Wandfarben, Treppengeländer, Türgriffe und –rahmen stimmen sehr deutlich überein. Statt Laminat/Parkett ist der Standard-Bodenbelag ein Teppich oder Fliesen. Die Wohnungen haben einen sehr hohen Wiedererkennungswert, nicht jede natürlich, aber viele.

OfenschalterUSA WohnungLichtschalter
(In unterschiedlichen Wohnungen aufgenommen)

Die Häuser sind hier sauber und im Prinzip einwandfrei eingerichtet. Nach außen sieht es gut aus, wenn man aber in die wenig-besuchten Räume geht, wird es doch plötzlich qualitätsmäßig sehr fragwürdig. So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Von der Einrichtung selbst sind die Wohnungen recht klassisch und geschmacksvoll eingerichtet.

WasserrohrKellerraumWasseruhr
(Die weiße Abwasserleitung wurde direkt in die Betondecke gebohrt und wahrscheinlich unten mit der Wasserleitung verbunden, die Wasseruhr wird von einem Holzklotz gehalten)

Der Ansatz, dass alles perfekt und sauber sein muss, ist dem Ansatz gewichen, dass es perfekt aussehen muss, soweit man da hin schaut. Sobald man gewisse Türen, Griffe oder Hähne kräftiger anfässt, wackelt es.

Die Mikrowellen- und die Backöfen sind hier wesentlich voluminöser. Laut vielen Amerikaner dem Thanksgiving geschuldet, da hier ein ganzer Truthahn in den Ofen passen muss. Während unsere Öfen eine “Hühnchen-Größe” haben, haben die Öfen hier eine “Truthahn-Größe”.

Mikrowelle mit Banane

Der Herd ist hier sehr nostalgisch. Nahezu unputzbar und äußerst ineffektiv. Wasser kochen dauert drei mal so lang wie auf einem Induktionsherd und man beheizt gut die Küche. Wenn die Spirale einen ausreichenden Verschmutzungsgrad erreicht hat und regelmäßig den Feuermelder triggert, so kann man sie entfernen und ersetzen. Ansonsten sind hier natürlich auch Induktions-, Gusseisen-oder Gaskochfelder.

Herd

In jedem Haushalt gibt es auch nahezu immer ein Müllschlucker im Abguss (irgendwie schon sehr praktisch) und eine Eismaschine im Kühlschrank (nutze ich kaum). Waschmaschinen sind im Regelfall Top-Loader und in 30 Minuten mit einem Waschgang durch. Man kann an einem Vormittag also 3 Wäschen durchbringen. Wahrscheinlich ist auch der Wasserverbrauch wesentlich höher.

Waschmaschine

Als sehr gefährlich empfinde ich die hiesigen Stecker und Steckdosen. Nach einer Zeit rutschen die Stecker leicht nach außen und offerieren ihren elektrischen Leiter. Greift man schlecht, so greift man in die Leiter. Hat man kleinere Hände, so ist die Sache noch einfacher. 110 Volt sind zwar viel weniger, aber immer noch deftig. Bisher aber dank häufiger Nachkontrollen nichts passiert.

Steckdose

Deckenlampen gibt es hier sehr selten. An Steckdosen, die über den Lichtschalter geschaltet werden, werden normale Stehlampen angeschlossen.

Beheizt (Gasheizung) und gekühlt (jede Wohnung hat hier eine Klimaanlage. Auch in Michigan!) werden die Räume über eine Luftanlage bei der die erhitzte oder gekühlte Luft über Lufteinlässe direkt in die Zimmer geblasen wird. Wie ich schon vor Monaten geschrieben hatte, ist die Isolierung hier so grauenhaft, dass wir im Erdgeschoss im Winter grob 10 Grad weniger hatten als im Mittelgeschoss. Im Winter ist hier die Luft so unendlich trocken, so dass der Aufenthalt in den Räumen fast nur mit einem Luftbefeuchter zu ertragen ist. Und die Heizung ist schon hörbar (wenn auch nur minimal im Schlafzimmerbereich). Fällt die Heizung aus, so verliert die Wohnung im Winter grob 1 Grad pro halbe Stunde.

Lüftungsschlitz

Insgesamt lässt sich hier in den Wohnungen aber gut leben und es mangelt an Nichts. Auch ein amerikanisches Prinzip: Fühlt man einen Mangel, so wird er geschlossen (Hang zur Bequemlichkeit). Aber nicht mehr. Ob das gut aussieht oder fachgerecht gelöst, das ist erstmal zweitrangig. Insgesamt fühlt man sich aber schon 30 Jahre zurückversetzt, auch wenn es an nichts mangelt. Liegt auch am allgemeinen Geschmack der Möbel und Armaturen, die doch immer recht wuchtig und geschwungen sind.

Wohnungseinrichtung USA

Daher stelle ich mir schon die Frage, ob eine ewige Korrektur aller Mängel wirklich zur Erhöhung der Lebensqualität beiträgt, wenn man auch mit den Mängeln leben kann oder sie einem subjektiv nicht stört. Hier wird nur das korrigiert, was wirklich notwendig ist.

Als Beispiel: Nach Mangelmeldung, dass Wasser im Zimmer an der Wand bei Regen herunterfließt, wurde das Loch im Dach im Laufe der nächsten Tage geschlossen. Mehr aber auch nicht. Die entstandenen Risse im Putz und Wasserspuren werden dann irgendwann nach unserem Auszug mit Farbe übergepinselt (muss ja bei der Wohnungsbesichtigung gut aussehen). Auf die Beschwerde, dass Ameisen über die Türschwelle (bei geschlossener Tür grob 1 cm) in die Wohnung krabbeln, wurde erst mal die komplette Umgebung des Hauses mit Insektiziden eingesprüht.

Alles in Allem: Man lebt hier gut, auch wenn man ein paar Erwartungshaltungen ändern muss.

Rückflug

Die Fotos hier finden sich in der “Deutschland-Sektion” eines internationalen Supermarktes. Bis auf Pudding haben wir eigentlich fast gar nichts “Deutsches” gekauft.

Deutsche Waren im internationalen Supermarkt

Wie schon auf Facebook geschrieben ist unser Rückflug nun auch vom Reisebüro nun bestätigt.

Wir werden am letzten Donnerstag des Monats Juni, also dem 25.06.2015 um 06:10 Uhr in der früh per Lufthansa in Frankfurt landen. Eintritt in deutsches Staatsgebiet also grob 20 Minuten vorher.

Deutsche Waren im internationalen Supermarkt

Ich empfinde auf der einen Seite schon massive Vorfreude, auf der anderen Seite bin ich schon ein wenig traurig, dass nun die Zeit rennen wird, die Zeit schon zu rennen begonnen hat, ich immer mehr Aktivitäten mit wirklich netten Leuten absagen muss und auch nicht mehr all das erledigen kann, was noch so zu tun ist. Ich hoffe, dass ich dienstlich oder privat wieder für ein paar Wochen zurück nach Michigan komme, so dass es ein regelmäßiges Wiedersehen gibt.

Der Container wird schon geplant, die Steuererklärung ist abgegeben, die ersten Kündigungen werden ausgesprochen und die ersten Termine sind in Deutschland verabredet. Die ersten Sachen haben wir schon weiterverkauft.

Deutsche Waren im internationalen Supermarkt

Eine Verlängerung des Vertrages ist für mich dennoch ausgeschlossen, da ich die Heimat, die dortigen Gewohnheiten, der dortigen Gepflogenheiten und euch vermisse. Heute befinde ich mich laut Vertrag 10 Monate in dem Land, effektiv 11 Tage weniger. Die Zeit habe ich mehr genossen als ich erwartet hatte, zwar mit den angekündigten Höhen und Tiefen, aber tendenziell fühle ich mich von Woche zu Woche wohler, dennoch schüttle immer noch regelmäßig den Kopf [Zuletzt über den Fakt, dass die Schulen hier den gesamten Jahresurlaub der Eltern fressen, da sie bei Schneefall doch regelmäßig spontan schließen]. Die Arbeit macht aber immer wieder Freude.

Deutsche Waren im internationalen Supermarkt

[1] Raucher habe ich hier bisher übrigens fast keine gesehen, ein großer Pluspunkt!